Welle

Nummer 29

Rücken Update

Liegt es an Horst Schlämmer, dem stellvertretenden Chefredakteur des Grevenbroicher Tageblatts, der mit seiner schlichten Feststellung „ich habe Rücken“ die komplizierte Medizinersprache auf den Punkt gebracht hat? Von ihm hört man nichts mehr?
Liegt es an der neuen Sportbegeisterung der Deutschen, die das Fitnessstudio entdeckt haben? Schließlich ist die Zahl der Mitgliedschaften in den gewerblichen Fitnessstudios von
800.000 im Jahre 1995 auf 11,4Mio. Mitglieder 2024 gestiegen. Ein Anstieg, den selbst wir Optimisten zur Eröffnung des Instituts den Deutschen nicht zugetraut haben.
Oder liegt es an den Ärzten, die angetrieben durch die erstellten Leitlinien für die Behandlung von Beschwerden der Wirbelsäule die Patienten immer konsequenter mit unterschiedlichen Sportangeboten konfrontiert haben? Kaum einer spricht mehr über Rücken!
Dabei stehen in den unterschiedlichen Statistiken die Muskel- und Skeletterkrankungen immer noch an erster Stelle. Rund 1/3 der Krankheitstage aller Arbeitnehmer gehen auf das Konto von Rückenschmerzen. Übrigens am wenigsten krank in dieser Gruppe sind die Schleswig- Holsteiner mit 27,7%. Bei der Anzahl der Arztbesuche zeigt sich ein ähnliches Bild 

(siehe Statistik) 
 

Jeder weiß inzwischen, dass weder Medikamente noch Bandagen oder Klebepflaster so gut helfen wie ein individuell abgestimmtes Sportangebot. Aber damit kann man nicht so umfangreich Werbung machen wie mit Artikeln, die man für teures Geld verkaufen kann. Ich erinnere an ein bestimmtes Klebepflaster, das nach 1 Tag seinen Nutzen einbüßt und genauso wirkungsvoll ist wie eine einfache Wärmflasche.
„Den Grund für chronische Rückenschmerzen sieht man in den allerseltensten Fällen im Bild“, sagt Prof. Dr. Schmidt, Leiter des Wirbelsäulenzentrums der Charité Berlin, der mit seinem Team über 2000 Patienten, die länger als 6 Monate Rückenschmerzen hatten, mit Röntgenbild und MRT untersucht hat. Zwar konnte man altersbedingte Abnutzungen an den Wirbeln und auch Bandscheibenvorfälle, die nicht Druck auf die Nerven auslösen, erkennen. Diese Veränderungen waren in einer Vergleichsgruppe, die keine Schmerzen hatten, ebenso nachweisbar. An dieser Stelle soll hervorgehoben werden, dass es natürlich auch „red flags“ (rote Flaggen) als Warnhinweise für eine ernsthafte Ursache der Rückenschmerzen gibt, z.B. wenn ein Bandscheibenvorfall Druck auf die Nerven ausübt, die an der Stelle aus dem Rückenmarkskanal austreten. Dann hat man Schmerzen, die in ein Bein ziehen oder Störungen beim Stuhlgang oder Urinieren. Dann braucht man zur Beurteilung ein MRT. Ebenso um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen. Aber bei dem „einfachen“ Rückenschmerz hilft ein MRT nicht weiter. Diese Erkenntnis ist wohl bei den meisten der Betroffenen angekommen. Deswegen geht man seltener zum Arzt, weil man seine Antwort schon kennt: Übungen, zuhause oder im Verein/ Studio. Meine Lieblingsübung kommt gleich.


Die aktuelle Forschung hat einen anderen Weg in der Suche nach einer geeigneten Diagnostik der Rückenschmerzen eingeschlagen. Wir wissen schon seit einigen Jahren, dass Fettgewebe aber auch Muskeln hormonelle Substanzen in die Blutbahn abgeben. Diese Botenstoffe haben eine Wirkung auch auf andere Organe. Bei der Auswertung von mehr als 30.000 MRT- Untersuchungen hat eine Münchener Forschungsgruppe festgestellt, dass bei Menschen mit chronischen Rückenschmerzen eine auffällige Muskelzusammensetzung zu finden ist: Sie hatten weniger Muskelmasse und mehr Fettgewebe innerhalb der Rückenmuskulatur. In der Gruppe der Betroffenen galt: je höher die Schmerzintensität, desto geringer die Muskelmasse, desto höher der Fettanteil im Muskel. Diese Untersuchung zeigt zunächst nur Zusammenhänge zwischen Schmerzen und Zusammensetzung der Rückenmuskulatur. Was aber zuerst da war, das Ei oder die Henne, ist noch nicht bekannt. Verursachen Schmerzen eine Änderung der betroffenen Muskulatur, oder verändert sich die Muskulatur zugunsten des Fettgewebes und löst dann Schmerzen aus? Geklärt ist aber, dass durch Krafttraining die Zusammensetzung der Muskulatur beeinflusst werden kann. Hier deutet sich ein erster Ansatz an, der belegen könnte, warum Training gegen Schmerzen hilft.
Fazit: Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage, die durch Rückenschmerzen ausgelöst werden, ist zurückgegangen aber immer noch führend in den Statistiken. Die schmerzauslösenden Faktoren sieht man in der Regel nicht in Röntgen- oder MRT- Bildern. Bei der Suche nach den Ursachen der Schmerzen ist ein neuer Ansatz erkennbar.

Oksana hat einen Sohn zur Welt gebracht

 Ihr Wiedereinstieg in ihre beruflichen Aktivitäten vor Ort dauert noch ein wenig, aber zu Wort meldet sie sich dennoch:

Liebe Mitglieder,
ich möchte mich ganz herzlich bei euch allen für die vielen lieben Glückwünsche zur Geburt unseres Sohnes bedanken.

Eure netten Worte und guten Wünsche haben uns wirklich sehr gefreut. Für uns ist diese Zeit etwas ganz Besonderes und wir genießen das große Glück, dass unser kleiner Sohn mit sich bringt. Umso schöner ist es, so viel Unterstützung und Herzlichkeit aus unserer Vereinsgemeinschaft zu spüren. Danke, dass ihr nicht nur im Verein zusammenhaltet, sondern auch persönlich immer so herzlich seid. Wir wissen das sehr zu schätzen.
Vielen lieben Dank für eure Grüße und Wünsche! Oksana

Zu guter Letzt
Die Kolumne von Wulf Rohwedder, Journalist und Mitglied bei uns


Wir hatten schon fast vergessen, wie das ist: Weißes Zeug rieselt vom Himmel, bleibt auch noch auf dem Boden liegen und verwandelt sich in teils gefährlich glatte Flächen. Dazu weht ein Wind, der die gefühlten Temperaturen in arktische Tiefen sinken lässt. Kurz: Es ist ein Wetter, bei dem man keinen Hund vor die Tür jagen würde - noch nicht einmal den eigenen inneren Schweinehund.

Wohin also mit den guten Vorsätzen? Natürlich wissen wir: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Für den einen oder anderen mögen daher Schnee und Eis ein willkommener Anlass sein, sich ein neues Sport-Outfit zuzulegen, das sich zur Not auch bequem auf der Couch auftragen lässt.
Es geht aber auch ohne großen finanziellen Aufwand - und dabei hilft vielleicht die eine oder andere Erkenntnis. Zunächst einmal: Kälte ist auch ein wenig unser Freund, denn wenn es draußen kalt ist, muss sich der Körper mehr erwärmen und verbraucht mehr Energie. So kann man schon auf dem Weg zum Sport das eine oder andere Gramm Fett verbrennen.
Ein kleiner Tipp: Wenn die Zähne anfangen zu klappern und die Gliedmaßen zittern, dann ist das streng genommen ebenfalls eine Form von Bewegung, für die man nicht einmal viel tun muss. Es aber auch Anzeichen für gesundheitlich nicht unproblematische Unterkühlung und ein Zeichen, das man entweder seinen Trainingsplan korrigieren oder sich in eine wärmere Umgebung begeben sollte.
Dann ist man in die Jahnhöhe deutlich besser aufgehoben, wo man sich auch in den kälteren Monaten kontrolliert bewegen kann, ohne sich extremen Temperaturen oder Glatteisggefahren aussetzen zu müssen. Und wem die Raumtemperatur dort immer noch nicht ausreicht, für den gibt es immer noch unsere Sauna.

 

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